Wie gesund ist Fußball für den Rücken?

In Deutschland sind mittlerweile über 6,5 Millionen Menschen in 27.000 Fußballvereinen organisiert. Kurz gesagt, Fußball ist der Volkssport schlechthin – ob Profi oder Amateur, die Zahl der aktiven Fußballer wächst. Die Schön Klinik München Harlaching ist FIFA Medical Centre of Excellence. Daher wollten wir von unseren dortigen Rücken-Experten wissen: Wie gesund ist Fußball?

Kirsten Becker

Online-Redakteurin Schön Klinik

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Die Bandscheibe leistet ganze Arbeit

Fußballerin kickt den Ball

Fallrückzieher – Höchstleistung für den Rücken. Foto: skynesher, iStock

Richtig dosiert und vorbereitet stellt Fußballspielen ein ideales Herz-Kreislauf-Training für Jung und Alt dar. Gefördert werden insbesondere die konditionellen Grundfertigkeiten wie Ausdauer, Kraft und Koordinationsfähigkeit. Allerdings birgt dieser Sport neben den vielen positiven Effekten ein gewisses Verletzungsrisiko. Hiervon sind Freizeitsportler, die nur ab und zu spielen, in der Regel stärker betroffen als Profispieler. Verletzungen im Knie-, Fuß- und Sprunggelenk sind keine Seltenheit und auch die Wirbelsäule und der Rücken werden oftmals in Mitleidenschaft gezogen. Das schnelle und harte Spiel entscheidet sich meist im Zweikampf. Kurze Sprints und abrupte Richtungswechsel erschüttern die Gelenke und die Wirbelsäule gleichermaßen. Die Bandscheiben müssen hier ganze Arbeit leisten, um die Stöße aufzufangen.

Auslöser für Rückenbeschwerden kann falscher Ehrgeiz sein

„Unter normalen Umständen ist unsere Wirbelsäule durchaus in der Lage, solche Stöße abzufedern. Jedoch ist der schnelllebige und harte Ablauf des Fußballspiels eine große Herausforderung für unsere Knochen, Muskeln und Gelenke“, betont Dr. Karsten Wiechert – Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums in der Schön Klinik München Harlaching. „Auslöser für Beschwerden und der Neigung zu Verletzungen, können zu intensives oder einseitiges Training ebenso wie eine genetische Disposition sein. Die meisten Verletzungen sind zum Glück leichter Natur, wie zum Beispiel Verstauchungen und Zerrungen. Beim Amateurfußball ist oft falsch verstandener Ehrgeiz gepaart mit körperlichen Einschränkungen eine unglückliche Kombination. Harte Kunstrasenplätze, ungewohnte Belastungen und bestehender Verschleiß der Wirbelsäule führen häufig zu akuten Schmerzen.“

Doch bevor es soweit kommt, sollten Sportler alles dafür tun, um ihr Verletzungsrisiko zu minimieren. „Hierzu trägt vor allem eine gute Konditionierung der rumpfstabilisierenden Muskulatur durch die Stärkung der Rücken- und Bauchmuskeln bei. Ein individuell angepasstes Warm-up vor dem eigentlichen Aufwärmprogramm sowie ein nachhaltiges Ausgleichstraining für Kraft und Bewegung (Mobilität) helfen Verletzungen der Wirbelsäule vorzubeugen“, bestätigt Wolfhard Savoy, Sportphysiotherapeut des DOSB und Leiter des Therapie- und Trainingszentrum der Schön Klinik München Harlaching. Im Trainings- und Therapiezentrum betreuen die Experten Profi- und Hobby-Sportler sowohl präventiv als auch posttraumatisch.

Mit diesen Tipps haben Hobbyfußballer lange Spaß am Kicken:

 

Stretching vor dem Fußballspiel

Ein gutes Warm-up vor dem Spiel ist wichtig. Foto: PeopleImages, iStock

  • Regelmäßiges Ausgleich- und Krafttraining
  • Ausdauertraining inkl. Lauf- und Ballschule
  • Ausreichende Regenerationsphasen
  • Ausgewogene und gesunde Ernährung
  • Überbelastungen und „falschen“ Ehrgeiz vermeiden
  • Vor jedem Spiel und Training mindestens 15 Minuten aufwärmen
  • Regelmäßiger sportmedizinischer Check-up
  • Das richtige Schuhwerk

Und wenn doch etwas passiert…

„Wir sind mit den unterschiedlichsten Verletzungsmustern im Sport sehr vertraut und können die Maßnahmen gezielt auf das Krankheitsbild sowie die Bedürfnisse des Patienten ausrichten“, erklärt Dr. Carolin Meßmer, Chefärztin des Zentrums für konservative Orthopädie, Rehabilitation und spezielle Schmerztherapie. „Wir arbeiten interdisziplinär, was unseren Patienten zugute kommt. Sie profitieren von der guten Vernetzung der verschiedenen orthopädischen Fachbereiche und der Vernetzung mit dem Therapie- und Trainingszentrum. Die hieraus abgeleiteten Maßnahmen können von einer speziellen Schmerztherapie des Halt- und Bewegungsapparates bis hin zu einem maßgeschneiderten Trainings- und Therapieprogramm alles beinhalten.“



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