Tanzen mit Parkinson

Seit fast sieben Jahren begleite ich eine Tanzgruppe mit Parkinsonpatienten in der Schön Klinik München Schwabing. Diese Tanzgruppe trifft sich ein bis zweimal wöchentlich und ist ein Angebot für Patienten, die stationär oder ambulant zu uns in die Klinik kommen. Es kann im Stehen oder im Sitzen mitgemacht werden. Ziel ist, neue Bewegungsmöglichkeiten sowie Freude an der Bewegung zu entdecken.

Hildegard Wansorra

Ergotherapeutin in der Schön Klinik München Schwabing

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Wie wirkt Tanzen bei Parkinson?

Es geht bei uns, im Gegensatz zu den bekannten Tanzrichtungen Walzer oder Foxtrott, weniger um das klassische Paartanzen und die perfekte Durchführung von Tanzschritten. Denn Patienten mit Parkinson initiieren Bewegung oft langsamer und mit einem kleineren Bewegungsausmaß. Durch auditive, visuelle, taktile und mentale Hinweisreize, können Bewegungsabläufe ermöglicht werden.

So dient Rhythmus als auditiver „Schrittmacher“, durch den die Bewegung verbessert und aufrechterhalten wird. Visuelle und taktile Hinweisreize bedeuten, dass ich als tanzender Teilnehmer der Gruppe Hinweisreize durch mein Gegenüber erhalte. Visuell, indem ich die Bewegung nachmache, taktil durch Bewegungsimpulse über Berührung meines Tanzpartners. Mental unterstütze ich Bewegung, wenn ich mir Bilder für die Beschreibung von Bewegung vorstelle. Auch kann man durch das Tanzen sehr gut die Balance trainieren.

Die Parkinson-Tanzgruppe in der Schön Klinik München Schwabing trifft sich regelmäßig.

Tanzen erzählt Geschichten.

Manchmal kombiniere ich bestimmte Bewegungen und Bewegungsfolgen mit Bildern und kleinen Geschichten, wie „die Sonne geht auf oder unter“, „ich schaue in die Ferne“ oder „ich schwimme mit großen Zügen durch einen See“. Dabei kann ich beobachten, dass die Bewegungen der Teilnehmer eleganter, selbstverständlicher und flüssiger werden.

Tanzen hilft, Bewegungen leichter werden zu lassen.

Tanzen weckt Freude.

Jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass Musik inspiriert und Gedanken freier werden lässt. Wenn ich mich dazu auch noch bewege, hat das einen Einfluss auf mein Bewegungsempfinden und meine Emotionen. Es weckt meine Sinne.

Mit Tanzelementen wird die Beweglichkeit geschult.

Was kann ich in der Tanzgruppe beobachten?

In jeder Tanzgruppe freue ich mich darüber, wenn ich sehe, dass die Patienten anfangen zu lächeln. Ich beobachte, dass die Bewegungen freier und größer werden. Manche haben eigene Ideen und probieren diese aus. Andere verlassen die Tanzgruppe mit größeren Schritten und mit mehr Selbstvertrauen.

Tanzen als aktive Freizeitgestaltung.

Mich freut es, wenn ich durch die Tanzgruppe eine Anregung für eine aktive Freizeitgestaltung geben kann, sei es mit seinem Partner mal wieder zum Tanzen zu gehen oder sich selber mit einer inspirierenden Musik zu Hause zu bewegen. Eine Patientin hat mir berichtet, dass sie die Bewegungsbilder in ihr eigenes Übungsprogramm integriert. Das finde ich wunderbar.



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