Skibergsteigen – Auf Skiern winterliche Gipfel erklimmen

Skibergsteigen bzw. Skitourengehen ist für manchen Bergsteiger im Winter eines der schönsten sportlichen Betätigungen. Mit Fellen, die auf den Skiern geklebt werden, zieht man durch die winterliche Landschaft, erklimmt Gipfel und fährt wieder hinunter. Wem das nicht ausreicht, für den gibt es inzwischen auch verschiedene Wettkampfarten. Als Bundestrainer der deutschen Skibergsteiger möchte ich die Leistungsfähigkeit unserer Sportler beim Wettkampf auf Weltspitzenniveau bringen. Welche Wettkämpfe es gibt und welche Voraussetzungen Hobbysportler für das Tourengehen mitbringen sollten, erkläre ich hier.

Dr. Thomas Bösl

Sporttherapeut Schön Klinik Roseneck

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Skibergsteigen bzw. Skitourengehen ist die ursprünglichste Form des alpinen Skilaufs. Vor der Erschließung der Alpen mit Liftanlagen wurden die Berge zu Fuß auf den Skiern erklommen und dann abgefahren. Um mit den Skiern aufzusteigen benötigt man sogenannte Felle, die auf die Ski geklebt werden und eine spezielle Bindung, die ein Gehen mit Skiern ermöglicht. Begibt man sich in das freie Gelände gehört eine LVS-Ausrüstung mit Lawinenverschüttungssuchgerät, eine Schaufel und Sonde zum Standard sowie ein lawinenkundiges Wissen.

Bevor es losgeht: Die richtige Vorbereitung

Der Hobbysportler sollte beim Skitourengehen vor allem konditionell fit sein, das heißt Kraft und Ausdauer haben. Auch sind skitechnische Fertigkeiten für das Fahren im freien Gelände wichtig. Vorbereitend ist ein Krafttraining der Bein- und Rumpfmuskulatur, sowie Ausdauersport empfehlenswert, um die Abfahrt im Pulverschnee genießen zu können. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei trainierten Personen eine Skitour mit ca. 950hm Aufstieg und einer einzigen Abfahrt (Gesamtdauer ca. 2 h 15 min) eine muskuläre Ermüdung hervorruft, wie vier Stunden Pistenskifahren.

Das Verletzungsrisiko ist annähernd vergleichbar mit dem des alpinen Skilaufs, wobei die Unfallhäufigkeit deutlich unter dem Niveau des Pistenskilaufs liegt. Zu den Unfällen gibt es jedoch nur wenige Zahlen. Im Wettkampf passieren sehr wenige Unfälle.

Die Berge mal anders erklimmen: Skitourengehen in winterlicher Landschaft.

Die Berge mal anders erklimmen: Skitourengehen in winterlicher Landschaft. Foto: Simon, pixabay

Skibergsteigen kennt drei Wettkampfarten

Es gibt drei Disziplinen. Sprint, Vertical und Individual.

  • Der Sprint ist vergleichbar mit dem Sprint im Langlauf. Hier starten 6 Athleten direkt gegeneinander auf einem Parcours der Aufstiegs-, Skitrage- und Abfahrtspassagen beinhaltet. Dauer etwa 3-4 Minuten.
  • Beim Vertical ist der Start im Tal und das Ziel am Berg, in circa 35 Minuten werden 700-800 Höhenmeter absolviert.
  • Das Individual entspricht der ursprünglichen Form des Skibergsteigens. In 4-5 Aufstiegen und Abfahrten im freien Gelände werden circa 1800 Höhenmeter überwunden. Renndauer circa 1:45 h.
  • Bei Continentalcups oder Weltmeisterschaften gibt es zudem Team- oder Staffelrennen.
  • Außerhalb dieser Rennformate gibt es sogenannte La Grand Course-Rennen, wie die Patrouille des Glaciers (PDG), Pierra Menta oder Mazzalama. Diese Rennen gehen über mehrere Stunden bzw. Tage und spiegeln den Alpinismus des Skibergsteigens im Rennformat wieder.

Diese Saison findet Anfang März die WM in Villars-sun-Ollon (Schweiz) statt, an der die deutsche Mannschaft mit 10 Athleten teilnehmen wird. Der Deutsche Alpenverein als Sportfachverband für das Skibergsteigen hat sich für einen Weltcup in der kommenden Saison in Deutschland beworben und sehr gute Chancen, den ersten Weltcup auf deutschem Boden austragen zu können.

Wettkampfeindrücke. Obere Reihe: Roland Hold, Erztrophy 2019, Individual und Sprint. Untere Reihe: Philipp Reiter, Worldcup Bischofshofen 2019, Individual.  Fotos: DAV

Weitere Informationen finden Sie auch unter Deutscher Alpenverein.



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