Rückkehr in den sportlichen Alltag

Der Weg zurück in den Alltag und in die sportliche Betätigung nach einer Verletzung ist für viele Sporttreibende aller Leistungsklassen ein schwerer Schritt. Die Angst vor einem zu frühen Start und einer daraus resultierenden erneuten Verletzung, lässt Patienten häufig davor zurückschrecken, wieder in den Sport einzusteigen. Das Programm „Return to Sport“ der Schön Klinik München-Harlaching unterstützt bei der Rückkehr in den sportlichen Alltag.

Lorenz Sedlmayr

Lorenz Sedlmayr ist Sportwissenschaftler und arbeitet im Therapie- und Trainingszentrum der Schön Klinik München Harlaching

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Aktuelle Studien belegen sogar, dass die Angst vor erneuten Verletzungen den Therapieerfolg maßgeblich negativ beeinflussen kann und dass ein informationsgesteuerter Therapieansatz mit der genauen Ermittlung des Ist-Zustandes ein wesentlicher Faktor ist, um den Behandlungserfolg zu maximieren. Da der perfekte Zeitpunkt für eine Wiedereingliederung in den Sport eine sehr individuelle Entscheidung ist, ist eine multifaktorielle und subjektive Betrachtung des Patienten notwendig, um eine korrekt abgestimmte Rehabilitation zu planen und durchzuführen.

Medical Analysis ermittelt den sportlichen Ist-Zustand

Im Bestreben darum, Patienten ganzheitlich und individuell einschätzen zu können und eine perfekt abgestimmte Rückkehr zum Sport zu ermöglichen, hat das Therapie- und Trainingszentrum (TTZ) der Schön Klinik München-Harlaching ein „Return to Sport“ Programm entwickelt, das auf verschiedene Leistungsebenen und Körperpartien abgestimmt werden kann. In der „Medical Analysis“ des TTZ werden vornehmend funktionelle Tests mit Patienten und Leistungssportlern durchgeführt, welche die Mobilität, Stabilität und Funktionalität des Bewegungsapparates abfragen, um aufgrund dieser Ergebnisse einen geeigneten Trainingsablauf zu generieren. In Absprache zwischen Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern wurde ein dreistufiges Modell entwickelt, welches es erlaubt auf Patienten aller Leistungsklassen einzugehen. Dabei wurden die drei Module jeweils für Beschwerden im Bereich der Schulter, des Rückens, des Beckens, des Knies und Sprunggelenks zusammengestellt um eine individuelle Bewertung aller Patienten zu ermöglichen.

Das 3-Stufen-Modell

Die erste Stufe des Programms, „Return to Activity“, zielt auf Patienten ab, die nach einer Verletzungspause wieder in den aktiven Alltag einsteigen möchten. Hier werden vor allem qualitative Tests, wie beispielsweise der Functional Movement Screen oder die 4D Wirbelsäulenanalyse, durchgeführt um Schwachpunkte im Bewegungsablauf und der Haltung des Patienten zu erkennen und Ansatzpunkte für die Therapie zu finden.

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Der zweite Block des Programms heißt „Return to Sport“ und zielt auf Patienten ab, die nach einer Verletzung in den Sport zurückkehren möchten. Dieses Modul baut auf dem ersten auf, was bedeutet, dass alle Tests aus dem „Return to Activiy“ Block auch hier durchgeführt und bewertet werden. Hier werden zudem bereits anspruchsvollere Tests durchgeführt, da sich Patienten in diesem Modul meist bereits in einer späteren Phase der Rehabilitation befinden und daher leistungsfähiger sind. Ergänzend zu den bereits erläuterten Tests werden hier beispielsweise spezifische Krafttests für die jeweiligen Muskelgruppen oder auch der Y-Balance-Test durchgeführt. Spätestens in dieser Phase wird demnach nicht nur die betroffene Struktur getestet, sondern eine funktionelle Herangehensweise gewählt, um den weiteren Rehaverlauf zu planen.

In der dritten und höchsten Phase, „Return to Play“, kommen zu den bisher durchgeführten Tests auch sportartspezifische Untersuchungen hinzu, wie etwa Sprung- oder isokinetische Muskelfunktionstests. Letztere ermöglichen beispielsweise eine genaue Einschätzung des muskulären Status, sei es die Ansteuerung der betroffenen Muskulatur oder auch ein Kraftdefizit der verletzten Extremität, um noch genauer auf die Bedürfnisse des Patienten eingehen zu können. Somit können auch aktive Sportler wieder auf bevorstehende Wettkämpfe und höhere Belastungen vorbereitet werden.

Ziel: Ein individueller Trainingsplan

Mithilfe der Ergebnisse aus dem „Return to Sport“ Programm kann im Anschluss ein individuell abgestimmter und gezielter Kraftaufbau erfolgen um Defizite und Asymmetrien auszugleichen und den Patienten somit wieder auf den sportlichen Alltag und Wettkampf vorzubereiten. Dafür erstellen die Mitarbeiter des TTZ aufgrund der erhobenen Messwerte einen Trainingsplan für den Patienten und führen nach einem zuvor festgelegten Interventionszeitraum einen Re-Check mit dem Patienten durch, um Erfolge zu überprüfen und zu dokumentieren und gegebenenfalls eine Progression der Übungen vorzunehmen. Dieses standardisierte Vorgehen und der Aufbau der verschiedenen Module erlaubt es uns, eine individuell abgestimmte Rehabilitation und Wiedereingliederung in den Sport für Patienten aller Zielgruppen zu entwerfen und somit auf die persönlichen Ziele und Bedürfnisse einzugehen.



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