Rückenschmerz bei jungen Sportlern

Rücken? Das haben doch nur alte Menschen, oder? Stimmt nicht, denn besonders junge Sportler leiden gar nicht so selten an Rückenschmerzen. Aber woher kommen die? Und was kann man dagegen tun?

Dr. Klaus J. Schnake

Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulen- und Skoliosetherapie an der Schön Klinik Nürnberg Fürth.

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Die wachsende Wirbelsäule wird bei Sportlern ganz besonderen Belastungen ausgesetzt. Sportarten wie Turnen, Ringen, Gewichtheben, Judo und rhythmische Sportgymnastik kräftigen zwar die Muskulatur, bergen aber auch das Risiko die Wirbelsäule zu überlasten. Aber auch bei scheinbar harmlosen Sportarten wie Schwimmen, Handball oder Fußball klagen immer wieder junge Sportler über Rückenschmerzen.

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Jugendliche Fußballspieler auf dem Sportplatz – der Rücken wird gefordert. Foto: iStock

Gründe dafür gibt es grundsätzlich viele, aber ein paar davon sind recht typisch:

Da ist zum einen der Wachstumsschub in der Pubertät, der bei gleichzeitiger intensiver sportlicher Belastung die Wirbelsäule stresst und Schmerzen verursachen kann. Hier hilft es eigentlich immer, die Intensität zu reduzieren und gegebenenfalls ein paar Wochen Pause zu machen.

Die Wirbelbogenlösung, im Fachjargon Spondylolyse genannt, ist eine Erkrankung, bei der sich der hinten gelegene Wirbelbogen vom vorn gelegenen Wirbelkörper löst. Sie ist gar nicht mal so selten und wird gerade zu Beginn häufig nicht erkannt. Zuerst treten belastungsabhängige Rückenschmerzen auf, die in Ruhestellung immer wieder verschwinden. Später können dann auch Beinschmerzen dazu kommen. Wenn eine vorübergehende Sportpause nicht ausreicht, kann eine frühzeitige kleine Operation die Sportfähigkeit erhalten. Wartet man jedoch zu lange, so kann der Wirbel nach vorn abrutschen und zu einem Gleitwirbel führen.

Seltener, aber dann schon dramatischer sind Bandscheibenvorfälle bei Sportlern. Bandscheibenvorfälle treten akut auf und führen zu starken Schmerzen. Geht so ein Rückenschmerz nicht binnen ein paar Tagen von allein weg und strahlt er auch ins Bein aus, sollte eine ärztliche Untersuchung und dann auch eine weitere Diagnostik erfolgen.

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Basketball ist bei vielen Jugendlichen beliebt. Auch hier muss der Rücken einiges Aushalten. Foto: iStock

Alarmsignale beachten

Regelmäßige nächtliche oder früh morgendlich auftretende Rückenschmerzen können Alarmsignale für eine entzündliche Erkrankung oder eine Geschwulst in der Wirbelsäule sein. Beides ist aber glücklicherweise selten.

Natürlich muss bei Rückenschmerzen, die aufgrund einer offensichtlichen Verletzung zum Beispiel durch einen Sturz verursacht sind, sofort ein Arzt aufgesucht werden. Das gleiche gilt, wenn Lähmungen oder Gefühlstörungen an Armen oder Beinen auftreten.

Fazit: Rückenschmerzen bei jungen Sportlern können harmlos, aber auch Hinweis auf eine schwerere Erkrankung sein. Im Zweifelsfall sollte also ein Rückenspezialist aufgesucht werden.



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