Osteoporose – Trainieren Sie Ihre Knochen!

Jedes Jahr erkranken über 800.000 Menschen an Osteoporose. Oft – aber nicht immer nur – ist es Frauensache. Der Anteil der Männer wird häufig unterschätzt. Bei ihnen tritt die Osteoporose meist zehn Jahre später auf und wird deutlich seltener diagnostiziert. Bewegung und eine gesunde Ernährung unterstützen dabei, Osteoporose vorzubeugen.

Dr. Borries Dorstewitz

Oberarzt Rückenzentrum/Wirbelsäulenchirurgie, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Spezielle Schmerztherapie an der Schön Klinik Harthausen.

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Was ist Osteoporose?

An Osteoporose leiden oftmals Menschen in einem höheren Lebensalter, insbesondere Frauen nach den Wechseljahren und Männer über 60 Jahre (primäre Osteoporose). In der Regel sind eine von vier Frauen und einer von 17 Männern in diesem Alter betroffen. Nur etwa die Hälfte der Betroffenen wird richtig diagnostiziert, knapp 80 Prozent bleiben unbehandelt.

Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, bei der das Knochengefüge durch die Abnahme der regulären Knochenmasse und Knochenqualität extrem geschwächt wird. Dieses führt zu einer Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes und einer dadurch resultierenden Zunahme der Knochenbrüchigkeit.

Wie stellen Sie Osteoporose fest?

Ich empfehle eine Vorsorgeuntersuchung für Frauen ab dem 50. Lebensjahr oder spätestens mit Beginn der Menopause und Männern circa ab dem 60. Lebensjahr. Die „Gold“- Standard-Methode zur Bestimmung der Knochendichte ist die sogenannte DXA- Methode. Diese Untersuchung ermittelt den Mineralsalzgehalt im Knochen mithilfe schwacher Röntgenstrahlen. Ein weiterer wichtiger Mosaikstein bei der Feststellung und Behandlung der Osteoporose ist die Risiko-Analyse beim Hausarzt beziehungsweise einem osteologischen Zentrum. Mit dieser Analyse wird eine Bewertung des Risikoprofils vorgenommen, um zum Beispiel festzustellen, ob man an einer primären Osteoporose (Erbgut) oder an einer sogenannten Sekundären Osteoporose (verursacht durch eine Grunderkrankung) leidet.

Achtung bei anhaltenden Rückenschmerzen!

Eine Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt recht lange ohne Symptome. Die Knochenschädigung besteht oft viele Jahre, bevor es zum ersten Knochenbruch kommt. Manch einer leidet bereits längere Zeit und vermehrt unter unklaren Rückenschmerzen oder sogenannten Kompressionsfrakturen. Betroffene berichten oft über eine Art Schwächegefühl im Rücken. Eindeutige Warnzeichen gibt es aber nicht. Wenn es dann zu Knochenbrüchen kommt, sind es die, für die Osteoporose sehr typischen Brüche, hüftgelenksnah am Oberschenkelknochen sowie Wirbelbrüche (am häufigsten sind Brüche der mittleren Brustwirbel sowie im Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule). Auch Brüche des Ober- oder Unterarms kommen vor. Das passiert bereits ohne eigentlichen Unfall – aus einem unverhältnismäßigem Anlass zum Beispiel beim Abstützen der Hand, einer Drehbewegung, oder einem kräftigen Hustenstoß.

Was können Sie vorbeugend tun?

Bewegung wirkt vorbeugend gegen Osteoprose

Bewegung wirkt vorbeugend gegen Osteoporose. Foto: iStock, Steve Debenport

Die genetische Voraussetzung für eine Osteoporose sowie die hormonelle/enzymatische Ausstattung sind nicht beeinflussbar. Allerdings kann durch vorbeugende Maßnahmen und gesunde Lebensgewohnheiten einer Osteoporose frühzeitig Einhalt geboten werden. Man weiß heute, dass die maximale Knochendichte um das 30. Lebensjahr besteht und somit als wichtiges Kapital für die kommenden Jahrzehnte anzusehen ist. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass das Vitamin D als ein zentrales Hormon gerade auch im Alter bedeutend ist. Die Gabe von Vitamin D ist ein entscheidender Faktor zur Integration des Calciums im Knochen und hat darüber hinaus weitere wichtige positive Einflüsse auf den gesamten Organismus:

  • Reifung und Aktivierung der Knochenzellen
  • Zunahme der Muskelmasse
  • Verbesserung der Koordination der Bewegung
  • Regulation des Blutdruckes
  • Positiver Effekt auf den Zucker- und Fettstoffwechsel

Vermeiden Sie Risikofaktoren wie extremes Über- oder Untergewicht und Rauchen. Tägliche Gymnastik, Bewegung jeder Art, eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung (Milch, Quark und Käse sowie grünes Gemüse) unterstützen dabei, den Knochenschwund aufzuhalten und gegebenenfalls sogar umzukehren.

Gesunde Ernährung

Auf gesunde Ernährung achten. Foto: iStock, a_namenko

Neben Kalzium und eiweißreicher Kost empfehle ich auch kurzzeitige mechanische Belastungen des Skelettsystems, wie zum Beispiel Wandern oder Nordic-Walking, da dies bereits die Bildung von Osteoblasten – knochenbildenden Zellen – ausreichend anregt. Auch der Golfsport, als verletzungsarme Sportart, insbesondere ab dem 60. Lebensjahr, ist empfehlenswert. Die Bewegung im Gelände fördert die Mineralisierung des Knochengewebes und wirkt sich positiv auf das gesamte Skelettsystems aus.

Golf wirkt sich positiv auf den gesamten Körper

Golf wirkt sich positiv auf den gesamten Körper aus. Foto: PhotoPin, by afagen

Was tun, wenn bei Ihnen Osteoporose festgestellt wird?

Ziel jeder Therapie ist es mit speziellen Medikamenten, die Osteoporose aufzuhalten und Knochenbrüchen vorzubeugen. Wenn bereits ein Bruch vorliegt, soll die Therapie weitere Brüche verhindern. Entscheidend ist der Erhalt der natürlichen Architektur der Wirbelsäule, die doppelte S-Form. Die Wirbelsäule stellt das zentrale Stütz- und Bewegungsorgan dar und kann nur bei idealem Profil hohe Belastungen kompensieren und den aufrechten Gang ermöglichen. Deshalb ist eine frühzeitige Prävention sinnvoll, gegebenenfalls unter Einsatz verschiedener Medikamente, die helfen die Knochen zu festigen und vor Brüchen zu schützen. Nur ein durch regelmäßiges Training geforderter Knochen bleibt ein starker Knochen!



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