Eisschwimmen – Bei unter 5 Grad mit Badehose ins Wasser

Ins kalte Wasser springen, das nehmen wir beim Eisschwimmen wörtlich. Dass Eisschwimmen eine Wettkampfdisziplin ist, wissen die wenigsten: Vom 04. Bis 06. Januar 2019 findet die 5. Ice Swimming Aqua Sphere German Open im Veitsbad in Veitsbronn bei Nürnberg statt. Begleiten Sie mich in der nächsten Zeit hier auf diesem Blog bei der Vorbereitung auf den Wettkampf und erfahren Sie alles über das Eisschwimmen. Vielleicht haben Sie ja Lust mitzumachen?

Klaus Matthes

Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin der Schön Klinik Nürnberg Fürth

0

Zu erst einmal: Eisschwimmen bedeutet, nur mit einer Badehose und einer Bademütze bekleidet, Distanzen ab 25 Meter (der Rekord liegt bei 3,4 km) in einem Gewässer zurückzulegen, in dem die Wassertemperatur unter 5° C liegt. Die Saison startet, wenn die letzten Freibäder schließen und sich der normale Schwimmer ins Hallenbad begibt.

Man schwört seinen Körper auf die kälteren Wassertemperaturen ein, in dem man sich langsam entweder in Flüssen oder Seen an die Kälte herantastet. Wir sind eine kleine Gruppe von Eisschwimmern und haben das Glück, dass wir ein Freibad nutzen können, das im Winter unbeheizt geöffnet bleibt und für das Training genutzt werden darf.

Für viele, auch für uns, ist eine Wassertemperatur von unter 20° C zum Schwimmen anfänglich eher unangenehm, aber im Laufe der Zeit gewöhnt man sich an die Kälte und empfindet sie dann auch nicht mehr als so unangenehm. Aber so richtig sportlich wird es, wenn die Wassertemperatur auf unter 10° C geht und die Außentemperatur deutlich unter der des Wassers liegt.

In kaltes Wasser springen

Auch im Urlaub, hier in Island, springe ich in kaltes Wasser – und komme wieder.

Auch im Urlaub, hier in Island, springt Klaus Matthes in kaltes Wasser.

Vorbereitung auf den Schritt in den kalten See. Fotos: privat

Warum machen Sie so etwas – das ist doch nicht angenehm, oder?

Das wurde mal eine Freundin von mir gefragt und die Antwort lautete: „…weil es Spaß macht, sonst würde ich es nicht machen. Wir müssen es ja nicht.“ Klar kommt auch der gewisse Kick hinzu, etwas zu wagen, an das andere Menschen nicht mal im Traum denken. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass ich schon immer Extremsport betrieben habe. Bei allen meinen Sportarten war ich mental gefordert, das heißt etwas zu tun, was der Körper vielleicht gar nicht will. Sicher, es ist ein Unterschied, ob ich einen Marathon laufe oder beim Ironman teilnehme, da kann ich auch mal eine Gehpause einlegen. Beim Eisschwimmen muss ich mir im Klaren darüber sein, dass ich wieder festen Boden unter den Füßen brauche.

Eisschwimmen ist eine mentale Sportart. Natürlich ist es nicht angenehm, wenn man die Zehen und die Finger nicht mehr richtig spürt, aber vielleicht ist es gerade dieser Reiz, der diese Sportart ausmacht. Wenn die Körperempfindung anders ist als man es gewohnt ist. Bei jedem Schwimmzug habe ich immer das Gefühl, dass sich meine Sinne verdreifachen. Der Kopf muss mitspielen, denn wenn der nicht will, dann bringt es auch nichts, sich ins Wasser zu begeben. Dann lieber am nächsten oder einem anderen Tag weitermachen und versuchen, ein paar Meter zu schaffen.

Diese Regeln sind beim Eisschwimmen wichtig!

  • Nie alleine ins Wasser gehen
  • Kein Risiko eingehen
  • Nicht überschätzen
  • In Seen, Flüssen usw. nur mit Boje ins Wasser
  • Nur Badehose/Anzug, Bademütze (unbedingt), Ohrstöpsel

Das Gute beim Eisschwimmen ist: Jeder, der schwimmen kann, kann mitmachen. Man sollte sich zirka zwei bis dreimal die Woche Zeit für das Training im kalten beziehungsweise im Eiswasser nehmen. Herzprobleme und auch Menschen mit Bluthochdruck sollten lieber nicht mitmachen.

Morgens um 10:00 Uhr an der Uferpromenade in Fürth. Da die Regnitz eine ziemliche Strömung und viele Zuflüsse hat, konnten wir heute unser Training bei 5,2 Grad Wassertemperatur durchziehen. Nachdem einige unserer Eisschwimmer ihre Distanzen oder auch ihre Eingewöhnung hinter sich brachten, ist ein weiterer Schwimmpartner mit mir ins Wasser gegangen. Wir haben uns gleich eine längere Strecke vorgenommen. Als Ziel setzten wir uns die zirka 320 Meter entfernte Fußgängerbrücke. Ich bin 670 Meter geschwommen und war 18 Minuten im Wasser. Länger wäre nicht gegangen. Auch wenn ich nach ein paar Schwimmzügen die Kälte nicht mehr als so unangenehm empfinde und sich dann so langsam das Glücksgefühl einstellt , weiß ich, dass es später zurück am Ufer um so unangenehmer wird, wenn das große Zittern anfängt. Die Gegenströmung auf dem Hinweg setzte mir ziemlich zu, umso schöner und schneller war der Rückweg. Dann noch ein paar Meter hin und her… Genug für heute.

Wie ich mich auf die Meisterschaft vorbereite, erzähle ich in einem weiteren Blogbeitrag.

 

 

 

 

 

 



Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nächster Artikel

Sport als Herausforderung



Anmelden und kommentieren

Wir möchten uns auch in der virtuellen Welt mit wirklichen Menschen austauschen. Daher bitten wir Sie, sich anzumelden beziehungsweise zu registrieren. Bitte beachten Sie, dass wir Ihre Kommentare mit Ihrem realen Namen veröffentlichen.

Registrieren

zurück

*Pflichtfeld

Passwort vergessen?

zurück

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an und Sie erhalten eine E-Mail, mit der Sie Ihr Passwort zurücksetzen können.

Sind Sie noch nicht bei uns registriert?
Das geht ganz einfach! Jetzt registrieren.

Newsletter

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.

*Pflichtfeld