Darmkrebs: Sport kann helfen

Sport schützt sowohl vor Übergewicht, als auch vor den Folgen von Zuckerkrankheit und Herzkreislaufproblemen. Inzwischen ist jedoch bewiesen, dass normaler Ausdauersport die Entstehung von Darmtumoren verhindern kann. Gleichzeitig wirkt sich die sportliche Ausdauer positiv auf den Verlauf der Krankheit aus.

Dr. Ulf Nahrstedt

Chefarzt Klinik für Allgemein- und Vizeralchirurgie der Schön Klinik Hamburg Eilbek

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Wie viel und welchen Sport muss ich betreiben, um das Risiko von Darmtumoren und Darmkrebs zu senken ?

Die Leitlinien empfehlen 150 Minuten moderate Aktivität. Zum Beispiel sollte man pro Woche Radfahren, Joggen, Walken oder minimal etwa 80 Minuten intensiven Sport treiben. Bereits durch dieses moderate Training lässt sich das Erkrankungsrisiko an Darmtumoren – hierzu gehören Polypen, die gutartig sind und auch bösartige Tumoren – um etwa 30 Prozent senken. Verschiedene Studien zeigen eindeutig: Mit ansteigender körperlicher Aktivität, also moderatem durchschnittlich 30 Minuten Ausdauertraining pro Tag, kann das Risiko einer Tumorentstehung auf bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Sportliche Aktivität nach der Diagnose einer Darmkrebserkrankung.

Sind Patienten bereits an Darmkrebs erkrankt, kann offenbar ebenso körperliche Aktivität vor Rückfällen schützen und das Risiko eines tödlichen Verlaufs des Tumorsleidens verringern. In großen Studien und entsprechenden Analysen dieser Studien mit insgesamt mehr als 100.000 Betroffenen, wurden die Verläufe abhängig von körperlicher Intensität zwischen den Erkrankten verglichen. Auch hier konnte nachgewiesen werden, dass Patienten, die bereits an Darmkrebs ohne Metastasen erkrankt waren, das Risiko eines tödlichen Ausgangs ihrer Erkrankung unter moderatem Sport um 50 Prozent reduzieren konnten. Moderater Sport bedeutet hier etwa 4 bis 5 Stunden Radeln oder Schwimmen pro Woche.

Warum hilft Sport gegen und bei Darmkrebs?

Risiken für die Tumorentstehung:

Bewegungsarmut.

Durch Sport wird die Verweildauer der Nahrungsbestandteile mit der Darmwand verkürzt, da der Darm die Nahrung schneller transportiert. Damit kann eine Zellumwandlung durch zu langen Kontakt mit Nahrungsbestandteilen mit der Darmwand vermieden oder verringert werden. Aus diesen Zellumwandlungen entstehen dann Darmpolypen (gutartig) oder daraus wiederum Darmkrebserkrankungen durch weitere Transformation der Zellen. Ein hoher Konsum an rotem Fleisch sollte vermieden, der Anteil von Ballaststoffen wie Gemüse und Obst dagegen erhöht werden.

Insulinabhängigkeit von colorektalen Tumoren.

Offenbar benötigen diese Tumoren für die Zellteilung und das Tumorwachstum Insulin. Sinkt durch regelmäßige Sportausübung die Insulinkonzentration im Gewebe, wird die Neubildung von Tumorzellen verhindert beziehungsweise das Absterben von vorhandenen Tumorzellen begünstigt.

Zusammengefasst zeigen seit etwa 10 Jahren Studien: Körperliche Aktivität senkt das Krebsrisiko. Die Entstehung von Darmpolypen kann dadurch um etwa 30 Prozent gesenkt werden, die Entstehung einer definitiven Darmkrebserkrankung um 30 bis 50 Prozent. Bei bereits Erkrankten kann das Risiko, an dieser Erkrankung zu sterben, durch moderaten vier bis fünfstündigen Ausdauersport pro Woche, um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Fotos: Felix Burda Stiftung

Regelmäßige Vorsorge ist besonders wichtig!

Ab dem 45. Lebensjahr sollte eine Darmspiegelung durchgeführt werden, hierbei können Polypen abgetragen und die Entstehung von Krebs verhindert werden. Ebenso können Darmkrebsbefunde frühzeitig erkannt und dann in der Frühphase sicher durch eine Operation geheilt werden. Der Aufwand dieser Untersuchung ist gering, die Aussagekraft mit über 90 Prozent sehr hoch. Trotzdem wird immer noch zu wenig Gebrauch von dieser Vorsorge gemacht, weil sie für den Patienten natürlich in gewisser Weise unangenehm ist.

Meine Empfehlung an Sie: Gehen Sie zur Vorsorge und machen Sie moderaten Sport !!!



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