5 Tipps für den Skischuh-Kauf

Der beste Skischuh taugt nichts, wenn er nicht passt. Wem hat nicht schon ein drückender Skischuh den schönsten Wintersporttag zum Martyrium werden lassen?

Prof. Dr. Markus Walther

Chefarzt im Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie sowie ärztlicher Direktor der Schön Klinik München Harlaching

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Das Wichtigste am Skischuh ist der perfekte Halt. Gleichzeitig sollte Schuh aber nirgends drücken. Daher ist das einzige, was zählt, die perfekte Passform. Wenn Sie folgende Punkte beachten, ist es gar nicht so schwer den idealen Schuh zu finden:

  1. Nehmen Sie Ihre Skisocken mit zum Skischuhkauf. Dabei sind die Zeiten vorbei, in denen mehrere Strümpfe übereinander getragen wurden. Die meisten Sportler verwenden heute eher dünne, kniehohe Strümpfe, die an den kritischen Stellen gepolstert sind. Funktionsstrümpfe für den Skisport sind auch mit leichter Kompression erhältlich.
  2. Kaufen Sie die Skischuhe während der ersten Tageshälfte. Die Füße schwellen über den Tag leicht an (bis zu ½ Größe), allerdings weiten sich auch die Skischuhe während der ersten Tage um etwa eine halbe Größe. Der Schuhkauf am Vormittag hilft, hier ein gutes Mittelmaß zu finden.
  3. Achten Sie auf die passende Breite. Skischuhe geben wenig nach. Vor allem in der Vorfuß-Breite unterscheiden sich verschiedene Modelle erheblich. Ein Skischuh, der am Vorfuß zu eng ist, sollte nicht in die engere Auswahl kommen. Gleiches gilt für einen Schuh, der am Vorfuß zu weit ist. Dass man einen zu weiten Skischuh durch das extrem enge Schließen der Schnallen ausgleichen kann, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Sehr eng geschnallte Skischuhe führen zu kalten und schmerzenden Füßen.
  4. Kaufen Sie Ihren Skischuh nicht zu groß! Schieben Sie die Ferse tief nach hinten in den Schuh, in dem sie sich nach vorne lehnen. In dieser Position dürfen die Zehen das Futter vorne im Schuh berühren. Aufgrund der steifen Sohle findet im Skischuh kein Abrollvorgang statt. Daher wird ein Skischuh grundsätzlich kürzer gekauft als zum Beispiel ein Laufschuh. Die Schnallen werden von unten nach oben geschlossen. Dabei darf der Schuh nicht drücken, der Fuß muss aber einen optimalen Halt haben. Dies gilt besonders für die Ferse und den Mittelfuß. Ein Rutschen der Ferse oder fehlender Halt an der Seite sind absolute K.O.-Kriterien.
  5. Testen Sie den Schuh mindestens 20 bis 30 Minuten lang, indem sie im Geschäft umherlaufen. Erst dann kann man sich ein gutes Urteil bilden! Auch wenn sich viele Skischuhe heute mit speziellen Kunststoffen oder thermoplastischem Verfahren an den Fuß anpassen lassen, in den meisten Fällen erlauben diese Techniken lediglich ein Feintuning. Einen Schuh der nicht passt, wird man auch damit nicht zum Lieblingsschuh umfunktionieren können.

 

Die meisten Hersteller teilen Skischuhe in folgende Kategorien ein:

Komfort: In erster Linie weicher und warmer Skischuh. Der Fokus liegt auf Bequemlichkeit und einfacher Bedienung. Die ausgeprägte Polsterung erschwert teilweise die Kraftübertragung auf den Ski.

Foto: privat

Allround: Kompromiss aus Performance und Komfortschuh. Meist wird ein weicher Innenschuh mit einer etwas härteren Schale kombiniert.

Performance oder Race: Ein auf optimale Kraftübertragung ausgelegter Schuh. Meist nur dünne Polster und sehr steife Schale. Die Bequemlichkeit steht definitiv nicht im Vordergrund.

Free Style: Flexibler Schuh mit gedämpfter Schale. Ziel ist es, harte Stöße und Schläge abzufangen, die beim Fahren im Gelände oder in der Halfpipe vermehrt auftreten können.

Tourenschuh: Vor allem für den Aufstieg optimierter Schuh mit hoher Beweglichkeit im Sprunggelenk. Beim Aufstieg zählt jedes Gramm, sodass die Schuhe so leicht wie möglich gebaut werden.

Damenschuhe: Speziell auf die Fußform von Frauen angepasste Schuhe. Die Schale ist aufgrund der niedrigeren Kräfte tendenziell weicher. Der Schaft ist kürzer als beim Herrenschuh.



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