Fettleber – regelmäßige Bewegung hilft

Die Zahl der Menschen mit Fettleber hat in der westlichen Welt stark zugenommen. In Deutschland leiden unterschiedlichen Schätzungen zufolge circa 20 Millionen Bundesbürger an einer nicht alkoholischen Fettleber. Gründe liegen häufig im starken Übergewicht, in Fettleibigkeit und Diabetes. Auch immer mehr Jugendliche sind betroffen. Mit regelmäßiger Bewegung und guter Ernährung unterstützen Betroffene ihre Leber, wieder einwandfrei zu arbeiten.

Prof. Dr. Götz von Wichert

Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Schön Klinik Hamburg Eilbek

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Eine Fettleber ist die häufigste chronische Lebererkrankung in Deutschland. Was versteht man unter Fettleber? Bei einer Fettleber lagern Leberzellen vermehrt Fett ein. Sie entsteht meistens durch einen ungesunden Lebensstil, Medikamente oder als Begleiterscheinung von Erkrankungen.

Eine Leberverfettung an sich ist zunächst nicht gefährlich. Bleibt die Fettleber aber lange unerkannt und unbehandelt, verändert sich die Leberstruktur. Es können Entzündungen entstehen (Hepatitis). Außerdem kann zwischen den Leberzellen vermehrt Bindegewebe gebildet werden und das Gewebe vernarben (Leberzirrhose).

Man unterteilt die Erkrankung nach den Fettleber-Ursachen in eine alkoholische und eine nicht-alkoholische Form. Alkohol ist, wie der Name schon andeutet, der Auslöser der alkoholischen Fettleber (ASH). Die nicht alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) wird auch als „Wohlstandserkrankung“ bezeichnet. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Fast alle Patienten sind übergewichtig. Etwa jeder zweite mit Fettleber ist außerdem zuckerkrank oder hat erhöhte Blutfettwerte. Möglicherweise hat auch die Zusammensetzung der Bakterien im Darm Einfluss auf die Entstehung einer Fettleber.

Fettleber-Patienten haben meist zu viele Fette im Blut. Diese Fette stammen aus der Nahrung und werden über den Darm in das Blut aufgenommen. Fettleber-Erkrankungen werden durch zu fettige Speisen stark gefördert. Die richtige Fettleber-Diät sollte deswegen gesund und ausgewogen sein. Das verbessert gleichzeitig auch die Darmflora. Nicht immer sind jedoch zu fettiges Essen oder Alkohol schuld an der Fettleber. Längere Hungerperioden, ausgeprägter Gewichtsverlust, langfristige Zuckerinfusionen können die Leber verfetten.

Wie macht sich eine Fettleber bemerkbar?

Oft erst einmal gar nicht. Die Leber verfettet, ohne dass Beschwerden auftreten. Erst wenn das Organ größer und schwerer wird, kann es zu ersten Anzeichen kommen, die aber meist sehr unspezifisch sind. Der Betroffene hat kaum Appetit, fühlt sich schlapp, leidet unter vermehrten Blähungen und einem Völlegefühl. In manchen Fällen kommen auch noch Übelkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch hinzu. Selbst bei einer Fettleberentzündung (Steatohepatitis) sind die Symptome nicht eindeutig.

Gehen Sie zum Arzt

Wer den Verdacht hat, an einer Fettleber zu leiden, sollte sich an seinen Hausarzt oder einen Internisten wenden. Um die Diagnose einer Fettleber stellen zu können, fragt der Arzt zunächst nach Beschwerden und bestehenden Erkrankungen (Anamnese). Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung lässt sich oft eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie) ertasten. Eine Reihe von Untersuchungen sind notwendig, um die Diagnose zu festigen: Zum einen ist eine Blutanalyse hilfreich. Dafür wird Blut abgenommen, und die Leberwerte bestimmt. Zum anderen macht eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauches eine Fettleber sichtbar. Soll die Diagnose allerdings absolut gesichert werden, muss eine Leberbiopsie gemacht werden, um sie zur mikroskopischen Untersuchung ins Labor zu geben. Dort sind die krankhaften Veränderungen der Fettzellen gut sichtbar. Steht die Diagnose Fettleber fest, ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden. Dazu sind manchmal weitere Untersuchungen wie beispielsweise die Bestimmung des Blutzuckers notwendig. Auch ist es für den Arzt von Bedeutung, wahrheitsgetreue Angaben über den Alkoholkonsum zu bekommen, um die Ursache der Fettleber festzustellen. Bei Verdacht auf eine Leberzirrhose ist oft eine zusätzliche Bauchspiegelung notwendig.

Was tun bei Fettleber?

Regelmäßiger Sport hilft gegen Fettleber

Regelmäßiger Sport wirkt positiv auf den Körper. Foto: istock, kzenon

Eine spezifische medikamentöse Fettleber-Therapie gibt es nicht. Vielmehr geht es darum, die auslösenden Ursachen zu beseitigen. Mit einer gezielten Lebensstiländerung lässt sich eine Fettleber abbauen. Das bedeutet Betroffene achten auf eine fettarme Ernährung, um Übergewicht zu reduzieren. Auch Sport ist sehr wichtig. Dabei geht es nicht um Leistungssport, sondern um regelmäßige Bewegung. Der Verzicht auf Alkohol gehört ebenfalls dazu. Darüber hinaus ist es wichtig, die Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte richtig einstellen zu lassen. Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten und haben sich die Leberzellen „bindegewebig“ umgebaut (Leberzirrhose), besteht die Fettleber-Therapie in erster Linie darin, eventuell auftretende Komplikationen zu behandeln. Die Leber sollte regelmäßig untersucht werden, um Leberkrebs frühzeitig zu erkennen.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Wenn Betroffene schnell gegen die Ursachen ihrer Fettleber was tun, kann die Erkrankung restlos ausheilen, da die Leber zu den regenerationsfähigsten Organen zählt.



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